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Waldabenteuer am Bildungszentrum Wildberg und Schulbusbegleiterprojekt in Wildberg und Haiterbach  XML
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Ulrike Schmelzle



Beigetreten: 26/09/2006 13:58:54
Beiträge: 1
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Im Rahmen der „Sozialen Gruppenarbeit“ am Bildungszentrum Wildberg gibt es unter anderen Angeboten, Begleitung der Eingangsklassen der Hauptschule. Das soziale Lernen im Klassenverband beinhaltet u.a. die tragfähige Bildung einer neuen Klassengemeinschaft, bei der gezielt eine Schulstunde in der Woche Kommunikation, Konfliktfähigkeit, Empathie, sowie Kooperation mit vielfältigen Methoden im Tandem KlassenlehrerIn / Sozialarbeiterin eingeübt wird.
In Kooperation mit dem Kreisjugendpfleger Herrn Borkenstein wurde es durch finanzielle Unterstützung der Landesstiftung „Jugendnetz BA-Wü.“ möglich, mit einer 6. Klasse und am Schuljahresende mit beiden fünften HS- Klassen, die seither schon gezielt soziales Lernen einübten, „Waldabenteuertage“ zu veranstalten. Herr Ebinger aus Nagold konnte als Waldpädagoge gewonnen werden, es konnten Kletterseile und Gurte angeschafft werden, die Stadt Wildberg stellte für die letzte Aktion, bei der in selbst gebauten Biwaks im Stadtwald übernachtet wurde, ein Küchenzelt zur Verfügung und der Revierförster Herr Endres schaffte es, die Kinder durch eine Bachwanderung, die Lützenschlucht hinauf, zu begeistern. Die Aktionen wurden durch Artikel im „Schwarzwälder Boten“ immer wieder an die Öffentlichkeit gebracht. Durch alle Unterstützung und Kooperation wurde es möglich, einen erlebnispädagogischen Baustein zum Thema Gewaltprävention an der Schule zu setzen.
Durch Kooperationsspiele, kreatives schaffen mit Naturmaterial, Baumklettern, Seilrutsche, Baumschaukel, Barfußpark, Tierspurenpfad usw. wurde es möglich, ein für viele Kinder und Jugendliche neues lern- setting zu schaffen, in dem die Lehrer die Kinder in anderen Zusammenhängen in beobachtender Funktion erleben konnten und sie in veränderte Rollen schlüpfen konnten. Dabei entstehen und verstärken sich andere Verhaltensmuster, Grenzen werden bei den Einzelnen erweitert, Selbstvertrauen und Selbstwert gesteigert, Kommunikation und Kooperation gefördert und empathisches Verhalten entsteht fast von selbst. Sozial schwache Kinder haben die Möglichkeit, anders wahrgenommen und besser integriert zu werden. Die Konfliktfähigkeit wird ausgebaut und der Spaß an der Tätigkeit ergibt sich von selbst.
Das rundum positive feet-back aller Beteiligten, auch der Eltern und der Schulleitung motiviert uns zum weitermachen!

Als weiteres Projekt gab es im Schuljahr 05/06 das „Schulbusbegleiterprojekt“, das im Landkreis Calw kurz nachdem es am Bildungszentrum in Wildberg, auch in Haiterbach, eingeführt wurde. Kurz vor Schuljahresende trafen sich alle Beteiligte des Projektes zum Erfahrungsaustausch im Landratsamt. In das Projekt waren neben Schulleitungen, Lehrer, Sozialarbeiterin des BZW, Schüler der 8. und 9.Klassen der Haupt- und Realschule das Busunternehmen Rübenacker, die Südwestbus GmbH sowie die Polizei, die die Ausbildung der Schüler zum Schulbusbegleiter übernommen hatte und während der ersten Einsätze auch begleitete, involviert. Alle waren sich darüber einig, dass sich die Situation an den Haltestellen und in den Schulbussen erheblich verbessert hat. Es gab weniger körperliche Auseinandersetzungen, weniger Abfall, weniger Streit um Sitzplätze, weniger Sachbeschädigungen und das Ein- und Aussteigen lief geordneter ab. Schüler und Busfahrer erlebten die Fahrt zur Schule und in die Wohnorte insgesamt entspannter und ruhiger. Grundschüler in Haiterbach suchten freundschaftlichen Kontakt zu den Begleitern.
Das Schulbusbegleiterprojekt führte nicht nur im Bus zu einem besseren Miteinander, sondern wirkte sich auch auf die Atmosphäre in der Schule aus.
Die Umsetzung des Projekts in und im Umfeld der Schule erfordert allerdings großes organisatorisches und persönliches Engagement. Zu verdanken ist es besonders der Initiative der Polizisten aus Wildberg, die recherchierten und umsetzten. Trotz aller Belastung konnten die Busbegleiter durch die Schulung und Reflexionsphasen im Schuljahr ihre persönlichen Kompetenzen im Blick auf Kommunikations- und Konfliktfähigkeit erweitern und sich unter den Mitschülern Respekt und Anerkennung verschaffen. Dies kommt in den Aussagen von Öznur Maltepe und Danica Beck zum Ausdruck: „ Am Anfang haben uns die älteren Schüler bewusst provoziert, später haben sie uns unterstützt.“
Bei der Durchführung des Projektes hat sich gezeigt, dass Regeln, die vorher festgelegt und allen Schülern in einem „Bussicherheitstraining“, das klassenweise von der Polizei durchgeführt wurde, bekannt gemacht wurden, ein wertvolles Hilfsmittel darstellten. Die Busbegleiter sind durch besondere Kappen und Schlüsselanhänger mit Ausweis der Schule zu erkennen.
Die Arbeitsgruppe „ Familie und Erziehung“, ein Zusammenschluss mehrerer Institutionen, die sich mit der gesundheitlichen Prävention im Landkreis befassen, möchte dieses Vorgehen innerhalb der Schule und in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern publik machen. Es sollen weitere Schulen zur Projektübernahme und - neuinszenierung motiviert und dabei auch unterstützt werden. Ansprechpartner der AG Familie und Erziehung ist die Abt. Öffentlicher Gesundheitsdienst des Landratsamtes Calw, Tel.07051/920971
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